JU will Konsequenzen ziehen
Stadt soll Runden Tisch zu Jugendkriminalität einrichten
Konsequenzen ziehen – dass will die Junge Union Kamp-Lintfort nach dem Mordfall am Pappelsee, der am Pfingstwochenende große Betroffenheit in der Klosterstadt auslöste. Dazu haben der JU-Vorsitzende Yannic Kascholke und sein Stellvertreter Nick Kriegeskotte nun ein Thesenpapier verfasst.
„Während die Ersten bereits auf „die Jugend“ im Allgemeinen schimpfen, andere die Tat am liebsten schnell ad acta legen wollen und viele in erster Linie eine harte Bestrafung fordern, wollen wir uns ernsthaft mit dem Thema Jugendkriminalität in Kamp-Lintfort auseinander setzen und nach einer gründlichen Analyse Ideen entwickeln, wie dem Thema zukünftig erfolgreicher begegnet werden kann – auch wenn unstrittig einzelne Exzesse nie ganz zu verhindern sein werden“, begründet Yannic Kascholke den Vorstoß der Jungen Union.
In acht Punkten haben die beiden Jungpolitiker ihre Ideen zusammengefasst. Dabei betonen sie, dass die vielfältigen Ursachen von Jugendkriminalität auch vielfältigen Lösungsansätzen bedürften und auch die kommunale Ebene gefordert sei ihren Beitrag zu leisten. „Zunächst einmal ist es wichtig die vorhandenen Probleme klar zu benennen, denn Problembewusstsein ist Voraussetzung dafür Lösungsansätze zu entwickeln“, sagt Jugendhilfeausschussmitglied Nick Kriegeskotte. „Wir wollen eine öffentliche Debatte anstoßen um zu diskutieren, wie dem Problem Jugendkriminalität begegnet werden kann. Dazu brauchen wir einen Runden Tisch, an dem nicht nur Vertreter von Polizei- und Ordnungsbehörden, sondern auch Schulvertreter, Mitarbeiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit und insbesondere Jugendliche selbst ihre Ideen einbringen können.“ Einen entsprechenden Antrag hat die CDU-Fraktion für die kommende Sitzung des Jugendhilfeausschusses gestellt. Einen guten Ansatz sieht die JU im Intensivtäterprojekt der Polizei. Hierbei werden jugendliche Delinquenten engmaschig betreut um Strafprävention und zügige -sanktion zu betreiben. „Auch muss über einen Ausbau von Ordnungspartnerschafen nachgedacht werden. Ängste von Betroffenen und Anwohnern müssen ernst genommen werden, denn sie sind – wenn auch nicht immer statistisch belegbar – oft Indikator für sich abzeichnende Probleme“ so Kriegeskotte weiter. „Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Ordnungsbehörden, Polizei und Betroffenen und verstärkte Präsenz an bekannten Brennpunkten und in betroffenen Gegenden kann wieder mehr Sicherheit – faktisch und gefühlt – erreicht werden. Dabei muss gewährleistet werden, dass Verlagerungstendenzen effektiv begegnet wird.“ Gefordert sei aber letztlich die gesamte Gesellschaft und insbesondere Familien müssten ihrer Verantwortung gerecht werden. „Familien sind die Basis unserer Gesellschaft und der erste Ansatzpunkt um die Entstehung von Jugendkriminalität präventiv zu verhindern. Werden in Familien veraltete und gewaltorientiere Familienbilder gelebt und sind auch die Erziehungsmaßnahmen nicht gewaltfrei, so besteht auch für die Kinder dieser Familien eine deutlich höhere Gewaltgefahr. Hier darf die Bürgergesellschaft nicht aus falsch verstandener Toleranz wegsehen, sondern muss offensiv für ihre Werte eintreten“, meint Yannic Kascholke. „Letztlich brauchen eine Allianz der Vernünftigen. Bürgerinnen und Bürger, die nicht nur an sich selber denken, sondern bereit sind, auch die Belange der Gesellschaft in den Blick zu nehmen. Personen, die hinsehen statt wegzusehen und die Verantwortung übernehmen.“
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[17.06.2010]
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